Im Zusammenhang mit Kölnern fällt gerne der Begriff 'Frohnatur'. Das mag ein abgedroschenes Klischee sein, trifft allerdings auf einige Bewohner der Rhein-Metropole durchaus zu. Eines dieser lebensfrohen Exemplare ist Ela Paul, Sängerin der Band Wonderwall ('Just More', 2002) und seit Kurzem Mitglied der 'Unter uns'-Familie. In der RTL-Soap (Montag bis Freitag, 17.30 Uhr) spielt die 28-Jährige Bine Kern, die mit ihrem Verlobten Nils und dessen Bruder Bela in die Schillerallee kommt. Die kleine Familie ist pleite und quasi obdachlos. Im Lauf der Zeit wird Nils alles zu viel und er beginnt, Bine zu schlagen.

Im Interview in der Drehpause erzählt Ela Paul fröhlich, manchmal auch ein wenig schüchtern von ihrer Rolle, der Fanliebe und ihren zwei Leidenschaften: Schauspiel und Musik.

teleschau: Du bist Kölnerin. Hat Dir dieser Umstand geholfen, Dich schnell bei 'Unter uns' zurechtzufinden?

Ela Paul: Ich denke schon. Ich habe noch nie in einer anderen Serie gespielt, deswegen weiß ich nicht, ob das dann schwieriger ist. Aber wenn man in der Serie von Vierteln redet, ist es schon hilfreich, dass ich die alle kenne.

teleschau: Welche Sendungen siehst Du selbst gerne im Fernsehen?

Ela: Ich kucke gerne Krimis - 'Tatort'.

Aber ich sehe auch gerne amerikanische Sendungen.

teleschau: Und Soaps?

Ela: Ich schaue jetzt 'Unter uns'. (lacht) Aber sonst in der Regel eher nicht, das ist auch nicht so meine Uhrzeit.

teleschau: Du spielst Bine, die von ihrem Freund geschlagen wird. Eine besonders schwierige Rolle für Dich?

Ela: Es geht eigentlich, weil ich mich immer relativ schnell in eine Situation hineinversetzen kann. Ich war auch bei einer Beratungsstelle und habe dort mit einer Beraterin darüber gesprochen, das war sehr hilfreich.

teleschau: Bist Du vorher schon einmal mit häuslicher Gewalt in Berührung gekommen?

Ela: Durch Erzählungen auf jeden Fall. Wenn man über so ein Thema etwas liest, beschäftigt einen das natürlich. Viele Opfer geben sich selbst die Schuld.

teleschau: Gibt Bine sich auch selbst die Schuld?

Ela: Am Anfang ja.

teleschau: Was würdest Du Betroffenen wie Bine raten?

Ela: Ich glaube, das Allerwichtigste ist, dass man sich jemandem anvertraut und sich nicht dafür schämt.

teleschau: Wie war es für Dich und Deinen Serienpartner Martin Baden, die erste Prügelszene zu drehen?

Ela: Es ist nicht so heftig, wie es das wahrscheinlich in der Realität ist.

Aber als Schauspieler ist das natürlich eine Erfahrung, die man macht.

telschau: Bine arbeitet in der Serie in der 'Konditorei Weigel' als Aushilfe. Welche Nebenjobs hattest Du schon?

Ela: Ich hatte bisher immer das Glück, dass ich in meinem Beruf arbeiten konnte. In der Schulzeit arbeitete ich in einer Fotografen- und Fotoagentur, da sortierte ich Dias zurück. Babysitting habe ich natürlich auch gemacht. Momentan geht es gut mit der Schauspielerei, ich arbeite auch als Sprecherin und mache Musik ...

teleschau: Mit Deiner Band Wonderwall. Wird die Gruppe auch in der Serie vorkommen?

Ela: Nein, das ist nicht geplant.

ch wollte das auch nicht mischen, sonst hätte ich als Ela in die Serie kommen müssen, finde ich. Das wird sonst zu chaotisch! (lacht)

teleschau: Ihr wart damals ziemlich schnell berühmt. Wie seid Ihr damit umgegangen?

Ela: Wir haben immer den Halt in der Familie gefunden. Deshalb sind wir auch nicht abgehoben und haben auch unseren Freundeskreis immer gehalten. Es gab sicherlich Situationen, bei denen ich im Nachhinein denke, dass sie schwierig und nicht so schnell zu verarbeiten waren, wie ich dachte - weil man sich in dem Moment darüber auch gar nicht immer so bewusst ist.

teleschau: War die Trennung der Band schwer für Dich?

Ela: Das war eigentlich meine Entscheidung. Ich wollte schon immer auf eine Schauspielschule. Deswegen haben wir gesagt, wir machen eine Pause und sehen dann, wie es nach der Zeit ist: ob wir noch mal zusammen Musik machen wollen oder nicht. Für mich war wichtig, dass ich auch meinen anderen Traum leben konnte. Ich merkte, es muss irgendwie beides sein!

teleschau: Wie stehst Du zu Casting-Shows, die den Kandidaten schnellen Ruhm versprechen?

Ela: Das ist immer schwer zu sagen - man kann sie ja jetzt nicht mehr abschaffen! (lacht) Ich denke, das ist eine Chance für Leute, die Musik machen, entdeckt zu werden. Casting-Shows sind deshalb gefährlich, weil man so viel gefilmt wird bei dem, was man macht. Das stelle ich mir sehr gemein vor. Ein gewisses Stück Privatleben sollte schon bleiben.

teleschau: Per 'Facebook' hältst Du direkten Kontakt zu Deinen Fans ...

Ela: Es ist einfach so, dass es mir Spaß macht, Musik zu machen und ich da natürlich auch immer ein Feedback brauche. Es ist einfach schön, wenn Leute sich dafür interessieren. Denen möchte ich natürlich auch etwas wiedergeben.

teleschau: Welches war Dein schönstes Fan-Erlebnis?

Ela: (lacht) Das ist immer eine fiese Frage - ein Erlebnis! Es gab ganz viele schöne Erlebnisse! Eine total schöne Sache war, dass es auf Tour Fans gab, die bei jedem Konzert dabei waren. Es gab auch ganz schöne und süße Fangeschenke - einer hat uns mal unser Wonderwall-Zeichen aus Holz geschreinert.

teleschau: Das war sicher sehr viel Arbeit! Ist es nicht befremdlich, so wichtig für jemanden zu sein, den man gar nicht kennt?

Ela: Manchmal ist das sicherlich komisch, auf der anderen Seite glaube ich, dass es total wichtig ist, dass man etwas hat, das einem Halt gibt. Ich liebe zum Beispiel Bücher! Nicht nur, weil ich gerne lese, ich halte sie auch gerne fest, schaue sie gerne in meinem Bücherregal an und pflege sie auch ganz sorgsam.

teleschau: Bist Du selbst auch glühender Fan einer Band oder eines Sängers?

Ela: Nein, eigentlich nicht. Ich liebe natürlich Musik, und es gibt bestimmte Bands, die ich ganz toll finde, zum Beispiel die Beatles, James Morrison oder Lene Malin.

teleschau: Welche Pläne hast Du noch für Dein Leben, Deine Karriere? Eine Rolle im 'Tatort' vielleicht?

Ela: Beim 'Tatort' mitzuspielen fände ich natürlich toll! Es ist immer wichtig, dass man Ziele hat, aber ich stecke mir meine Ziele nie so genau. Für mich ist wichtig, schrittweise voranzugehen und zu sehen, was dann passiert. Es ist immer toll, wenn ich sagen kann, im Hier und Jetzt fühle ich mich wohl, das ist alles super. Ich bin kein Mensch, der todunglücklich wird, wenn er sich nicht im Kino sieht. Das würde ich gerne machen, aber mir ist es wichtiger, dass ich zufrieden bin.

 


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